Türsicherung – nachträglicher Einbruchschutz für die Haustür und Wohnungstür

Türsicherung

Türsicherung – Einbruchschutz

Türsicherung – Auf der Suche nach Bargeld und Wertgegenständen brechen Einbrecher täglich mehr als 400 Mal in Deutschland in fremde Wohnungen und Häuser ein. Dabei haben sie mal mehr und mal weniger Erfolg, was direkt mit dem mechanischen Einbruchschutz zusammenhängt.

Bei älteren Fenstern und Türen haben Täter es besonders leicht. Einfache Beschläge und Sicherungen lassen sich oft mit einem Nageleisen oder einem Schraubendreher in wenigen Sekunden durch Hebelkraft öffnen. Im Menü >Fenstersicherung< finden Sie eine Aufstellung von Einbruchschutzprodukten zum Nachrüsten, die speziell für Fenster und Fenstertüren (Terrassentür / Balkontür) entwickelt sind.

In diesem Artikel geht es um die Türsicherung zum Nachrüsten. Im Folgenden werden Türsicherungen für die Schließ- und Bandseite von Türen vorgestellt.

Türsicherung – Einbruchschutz für die Eingangstür – Mieter / Vermieter

Querriegel-Panzerriegel

Querriegel – Panzerriegel

Die Eingangstür zur Wohnung oder zum eigenen Haus ist in der Regel stabiler und besser gesichert, als eine Terrassentür oder ein Fenster im gleichen Objekt. Mit brachialer Gewalt, mit Hebelwerkzeugen oder durch das Aufbohren des Schlosses können Einbrecher trotzdem viele Türen leicht öffnen, weil keine ausreichende Türsicherung vorhanden ist.

Bevor Sie jedoch als Mieter die Eingangstür zu Ihrem Wohnraum mechanisch nachrüsten, sollten Sie unbedingt mit dem Vermieter schriftlich klären, ob er mit der Maßnahme einverstanden ist. In der Regel sollte er nichts dagegen haben und vielleicht wird er sich auch an den Kosten einer Türsicherung beteiligen.

Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG)

Außenrosette-Panzerriegel

Außenrosette beim Panzerriegel / Querriegel

Auch als Besitzer einer Eigentumswohnung im Mehrfamilienhaus sollten Sie die geplante Einbruchschutzmaßnahme bei der Eigentümerversammlung bekannt geben und um Zustimmung bitten. Wohnungseingangstüren sind Gemeinschaftseigentum der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Vielleicht beteiligen sich auch andere Wohnungseigentümer bei der Nachrüstung.

Türsicherung –mechanischer Einbruchschutz der Schließseite

Bei der Absicherung einer Eingangstür, bestehend aus dem Türblatt und der Türzarge, kommt der Schließseite oder auch Schlossseite eine zentrale Rolle zu. Als Türsicherung dienen am Türblatt das Einsteckschloss, der Schließzylinder, der Schutzbeschlag und an der Türzarge das Schließblech.

Einsteckschloss – Das Einsteckschloss ist das eigentliche Türschloss mit Falle und Riegel. Gegenüber den historischen Kastenschlössern, die sichtbar auf der Innenseite der Tür montiert wurden, wird das Einsteckschloss in die Aussparrung des Türblatts eingesteckt. Das Türschloss sollte nach DIN 18251 Teil 1 geprüft sein und mindestens der Klasse 3 entsprechen.

Beim Bestellen müssen Sie auf die Öffnungsrichtung (links / rechts), auf das Entfernungsmaß, das Dornmaß, die Einstecktiefe und den Abstand zwischen Riegel und Falle achten.

Das Entfernungsmaß ist der Abstand zw. Mitte Vierkant und dem Drehpunkt des Schließzylinders. Bei Türen mit Profilzylinder sind in Deutschland die beiden Maße 72 und 92mm üblich. Das Dornmaß ist bezeichnet den Abstand vom Mittelpunkt des Schlüsselloches bis zur Außenkante. Die Einstecktiefe gibt an, wie tief das Türschloss im Türblatt „verschwindet“ und der Abstand zwischen Riegel und Falle ergibt sich bei genormten Schlössern in der Regel aus dem Entfernungsmaß.

Schließzylinder – über den Schließzylinder wird das Schloss betätigt und die Tür geöffnet bzw. abgeschlossen. In der Regel sind Eingangstüren mit einem Profilzylinder ausgestattet. Möglich ist auch ein Knaufzylinder, der von außen mittels Schlüssel betätigt wird und von innen über einen drehbaren Knauf.

Im Zusammenhang mit dem Einbruchschutz einer Eingangstür muss der Schließzylinder einiges leisten. Beim Überwinden von Türzylindern nutzen Einbrecher oft die Methoden Abbrechen, Aufbohren, Ziehen und Lock Picking.

Profilzylinder werden nach DIN 18252 „Profilzylinder für Türschlösser“ und DIN EN 1303 „Schießzylinder für Schlösser“ genormt. Für Türen mit Sicherheitsanforderungen gibt es die Angriffswiderstandsklasse 1 und 2 (alte DIN P2 + P3 mit Bohrschutz).

Nach VdS gibt es für mechanische Schließzylinder mit Einzelschließungen die Klassen A und B. Elektronische Schließzylinder im Zusammenhang mit mechanischen Systemen mit Mehrfachverriegelung können sogar mit der VdS-Klasse C zertifiziert sein.

Schutzbeschlag – Jedes Türschloss und jeder Schließzylinder brauchen als Türsicherung einen guten Schutzbeschlag. Der Beschlag schützt beide gegen unbefugte mechanische Manipulation von außen.

Ein Schutzbeschlag muss aus massivem Material bestehen und durch die Tür nach innen verschraubt sein. Damit der Schließzylinder von außen nicht abgebrochen oder abgezogen wird, darf er nicht nach außen überstehen und muss vom Schutzbeschlag mit einem Zylinder-Ziehschutz abgedeckt sein.

Schutzbeschläge und Schutzrosetten werden nach DIN 18257 geprüft. Zu empfehlen ist Klasse 2 “Einbruchshemmend”, die Klasse 3 mit einer starken Einbruchshemmung und die Klasse 4 mit extremen Einbruchshemmung. Schutzbeschläge sind in der Regel universell für DIN links und rechts Türen verwendbar.

Schließblech – Im Zusammenhang mit dem Einbruchschutz bildet das Schließblech zusammen mit dem Schloss, dem Zylinder und dem Beschlag eine Einheit. Dieses Zusammenspiel muss Einbrechern das Aufhebeln der Eingangstür vermiesen.

Das Schließblech wird an der Türzarge montiert und weist für die Falle und den Riegel des Schlosses zwei Aussparrungen auf. Beim Schließen einer Tür durch Zuziehen streift die abgeschrägte Seite der Falle am Blech, bis sie sicher „ins Schloss fällt“. Bereits in dem Zustand ist die Tür zu und grenzt damit die Privatsphäre nach außen ab.

Als verschlossen im Sinne der Versicherung gilt die Tür jedoch nur, wenn auch der Riegel zum Beispiel mittels Schlüssel im Schließblech verankert. Damit das Schließblech einem Einbrecher standhält, muss es sicher mit der Türzarge verbunden und durch diagonale Verbindung mittels Schrauben auch im Mauerwerk verankert sein.

Mechanische Türsicherung als Zusatzsicherung für die Eingangstür
Einbruch-Bandseite

Einbruch auf der Bandseite

Das Augenmerk der vorgenannten Ausführung war eine allgemeine Übersicht von mechanischen Sicherungen einer Wohnungs- oder Haustür auf der Schlossseite. Der Einbruchschutz kann nach Prüfung des Ist-Zustands durch einen Austausch von Komponenten zu verbessert werden.

Die Bandseite oder Scharnierseite wurde bisher nicht behandelt, weil der Tausch von Türbändern und Scharnieren nicht einfach zu handhaben ist. Die Ausführung sollte, wenn überhaupt möglich, nur geübtes Fachpersonal vornehmen.

Panzerriegel / Querriegelschloss – Eine gute mechanische Zusatzsicherung für Türen ist der Panzerriegel. Das Querriegelschloss sichert gleich beide Seiten ab. Das Eigentliche Schloss wird auf dem Türblatt montiert. Beim Schließen fahren massive Riegel gleichzeitig auf der Schloss- und Bandseite in Schließkästen ein.

Durch eine Rosette auf der Außenseite der Tür wird potentiellen Einbrechern schon von außen signalisiert: „Achtung hier ist ein Panzerriegel verbaut – Es wird schwer!“ Die Signalwirkung gepaart mit dem mechanischen Einbruchschutz eines Querriegelschlosses bieten einen guten Einbruchschutz. Im Test der Stiftung Warentest von 2/2016 schneidet der ABUS PR2700 mit dem Urteil „sehr gut“ ab. Weitere Informationen zu Querriegelschlössern finden Sie im Blog unter: >ABUS-Panzerriegel<

Tür-Zusatzschloss – Einfacher als die Montage eines Panzerriegels ist die nachträgliche Befestigung eines Tür-Zusatzschlosses. Die Türsicherung wird als Kastenschloss auf dem Türblatt und als Schließkasten auf der Zarge befestigt. Beim Schließen über einen Schlüssel oder einen Drehknopf fährt ein massiver Stahlriegel in den Schlosskasten ein.

Im geschlossenen Zustand hat die Tür einen zweiten Schließpunkt, der einem Einbrecher zusätzlichen Widerstand leistet. Das Tür-Zusatzschloss ABUS 7010 verfügt als Türsicherung über einen Außenzylinder. Dieser kann zusätzlich durch die Panzerplatte ABUS PZS 70 gegen Angriffe und Manipulationen von außen geschützt werden. Weitere Informationen finden Sie unter: >ABUS 7010<

Bandseitensicherung – Die Firma ABUS hat auch für die Scharnierseite von Eingangstüren eine Zusatzsicherung entwickelt. Das Produkt mit der Bezeichnung ABUS TAS 112 kann als Scharniersicherung bei Haustüren, Wohnungstüren und von Fenstertüren ohne Kippbeschlag installiert werden. Das trifft manchmal für die Balkon- und Terrassentür zu.

Die Türsicherung ABUS TAS112 ist VdS anerkannt und nach DIN 18104 Teil 1 als Aufschraubbare Einbruchsicherung geprüft. Achtung: Zu beachten ist, dass nach der Montage die Tür nicht weiter als 90° geöffnet werden darf. Weitere Infos finden Sie unter: >ABUS TAS112<

Türsicherung für Wohnungseingangstüren im Altbau

Im Altbau finden wir noch heute historisch gefertigte Türen vor. Sie haben einen besonderen Wohnwert. Zum Zeitpunkt der Herstellung war das von innen aufgeschraubte Kastenschloss, die einzige Möglichkeit den Wohnraum zu schützen. Später folgten erste Schlosskästen zum Einstecken. Beide Varianten halten den heutigen Anforderungen an einen soliden Einbruchschutz nicht stand.

Speziell für alte, handwerklich gefertigte Eingangstüren bietet ABUS ein Stangenschloss zum Nachrüsten an. Die Türsicherung ABUS TSS550 eignet sich für rechts und links öffnende Türen. Das Stangenschloss ABUS TSS550 wird als zweite Schließeinheit von innen auf der Eingangstür montiert. Beim Schließen mittels Schlüssel fahren oben und unten zwei Stangen in Schließkästen ein.

Den Schließzylinder können Sie passend zum anderen Zylinder gleichschließend bestellen. Somit benötigen Sie zum Öffnen und Schließen nur einen Schlüssel. Weitere Infos zum Stangenschloss für Türen finden Sie unter: >ABUS TSS 550<

 

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